Geschichte

26.05.1905

„Vereinigte Wildenschaft“ wird als Gegengewicht zu den einflussreichen Verbindungen und als loser Zusammenschluss Gleichgesinnter gegründet
Gründungsvorsitzender ist Freiherr Rudolf von Seckendorff

1908

22 Mitglieder
Anstatt Chargen gibt es einen 1. und 2. Vorsitzenden und einen Schriftführer
Anstatt einer Chargenwichs wird Gehrock und Zylinder getragen

ab 1909

„Herzog Karl“ wird Vereinslokal
Bei wöchentlichen Bierabenden muss jeweils ein Mitglied einen fachwissenschaftlichen Vortrag halten
„Und damit unterschied sich die damalige Wildenschaft grundsätzlich von den eigentlichen Verbindungen, die als Prinzip die Studentenromantik hatten, verbunden mit nationalpolitischen Zielen, zum Teil mit konfessionellem Einschlag.“ (Geiger, 1980)

Sommer 1910

Umbenennung in „Akademisch-Landwirtschaftliche Gesellschaft“, kurz darauf „Akademisch-Landwirtschaftlicher Verein“
Bundeslied wird festgelegt

WS 1910 / 11

Entwurf der Satzungen
Die Mitglieder entscheiden sich für Zirkel und Farben blau-weiß-grün

WS 1912 / 13

Name „Agronomia“ taucht zum ersten Mal auf, ebenso die Chargenzeichen X, XX, XXX
Aufnahme in den Verband Akademisch-Landwirtschaftlicher Vereine an Deutschen Hochschulen und Universitäten (V.A.L.V.), später NSC
Gemeinsamer Mittagstisch wird eingerichtet
Der Dienstag wird zum Spieleabend auserkoren, der Freitag zum Vortragsabend und zur Kneipe
Montag/Mittwoch/Freitag sind Pflichtfechtstunden
Noch vermeidet man die Begriffe Verbindung oder Bundesbruder, stattdessen lautet die Ansprache: „Liebe Kartell- und Vereinsbrüder“

1. Weltkrieg

Die meisten Vereinsbrüder melden sich als Kriegsfreiwillige, 90% stehen im Feld
Durch die „Mitteilungsblätter der Hohenheimer Agronomen im Felde“ bleiben sie miteinander verbunden

1919

Als „Akademisch-Landwirtschaftliche Verbindung Agronomia“ wurde der Bund wieder erneuert

SS 1919


1923

„Akademische Verbindung Agronomia Hohenheim“ wird offiziell wieder gegründet
Sie wird bald eine der stärksten und angesehensten Korporationen in Hohenheim (bis zu 40 Bundesbrüder)
In der Öffentlichkeit nicht farbentragend
Immer ein Agronome Mitglied des ASTA
„ … begannen wir seinerzeit unser Studium, froh darüber, das Studium endlich beginnen zu können und sei es auch nur auf einem Stehplatz! Um so mehr boten die Verbindungen dem einzelnen „Nestwärme“ und andere Vorteile, wie Austausch von Kollegheften und Büchern, warme Stuben in den Verbindungsheimen und anderes mehr, denn auch Holz und Kohlen waren ja noch rationiert!“ (Geiger, 1980)


WS 1924 / 25


1928

Inflation
Jahre danach werden zum Existenzkampf für die Verbindungen, weil es v.a. an Studenten mangelt
Die Angst vor Suspension geht um
Politische Einstellung des Bundes ist national, aber ohne parteipolitische Bindung
Gasthof „Zur Schwane“ in Plieningen wird gepachtet
Couleurzwang durch den NDC

1930 / 31

Von unbedingter Satisfaktion wird auf Bestimmungsmensur umgestellt

1931

Umzug in den Gasthof „Zur Post“
NSC (ehemals NDC, Namensänderung am 25.6.1928) stellt eine zweijährige Frist, um die Bezeichnung „Corps“ anzunehmen

6 Aktive

1933

Fusionskommers mit dem Corps Arminia; der Name der nunmehr vereinten Verbindung lautet „Corps Agronomia Hohenheim im NSC
Von Agronomia werden Namen, Zirkel und Gründungsdatum übernommen, von Arminia die Farben violett-weiß-gold, die Mütze und der Wahlspruch „Libertas, Vigor, Fides, Amicitia“
14 Aktive, 172 Alte Herren

ab 1933

1934

Im Naumburger SC kriselt es, die ehemaligen Akademisch-Landwirtschaftlichen Verbindungen bekommen die Oberhand gegenüber den Corps. Er wird zum “Naumburger Thing Landständischer Kameradschaften an deutschen Hochschulen“
„Unsere Agronomia war also nach A.L.V. und Corps nun plötzlich eine „Landständische Kameradschaft“ geworden.“ (Geiger, 1980)

Mai 1935

Kampf gegen das Korporationsstudententum durch das neue Regime
Studienanfänger mussten Mitglied des N.S. Studentenbundes sein

1936

Zwang zur Einrichtung von „Wohngemeinschaften“, deshalb wird die „Post“ aufgegeben und mit dem „Gasthof zur Krone“ in Birkach getauscht

20.05.1936

Vorläufig letztes Stiftungsfest

Auflösung des Naumburger Things
Verbot für N.S. Studentenbund-Mitglieder, einer Verbindung beizutreten; bedeutet vorläufiges Ende aller Verbindungen

„Florian Geyer“

Agronomia suspendiert und gründet gleichzeitig „Bund Alter Agronomen“, um bundesbrüderliche Freundschaft und Tradition des ehemaligen Corps zu pflegen; ein kleiner Jahresbeitrag dient zur Deckung der Unkosten
Aktivitas geht in der „Kameradschaft Florian Geyer“ auf

„Florian Geyer“ setzt sich aus den Korporationen Agronomia, Germania und Hohenheimia zusammen
Das Germanenhaus wird Kameradschaftsheim



03.09.1948

13.11.1948

„Alle Studenten der Hochschule, die nicht sofort nach dem Verbot der Korporationen aus diesen ausgetreten waren, erhielten durch den damaligen Ortsgruppenleiter der NSDAP einen schwarzen Vermerk in den Personalakten. Ihre Namen wurden 14 Tage lang – 1 cm breit schwarz umrahmt- am Schwarzen Brett ausgehängt. Mut, wie wir hatten, stellten wir uns -wir waren 20 Kommilitonen – in jeder Pause an den Anschlag, damit jedermann sehen konnte, wer diese „Reaktionäre“ waren.“ (Heinrich Galster, zitiert bei Geiger, 1980)

SS 1949

Auf der ersten Nachkriegsausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft treffen sich erstmals wieder Bundesbrüder aus nah und fern. In der Freude über das Wiedersehen und dem „Noch-einmal-davongekommen-sein“ wird im Café Ruppel in Oberursel/Taunus spontan beschlossen, wieder eine Aktivitas ins Leben zu rufen.

WS 1951 / 52

Gründungsfeier mit Kneipe im „Gasthof zur Sonne“ in Plieningen,
13 Aktive

1955

1957

Das Agronomenheim wird von der „Sonne“ in den „Gasthof zur Krone“ in Birkach verlegt
Ein Verbandsanschluß bleibt zweitrangig; Agronomia wird keinem Dachverband mehr angehören

1958

Schaffung eines eigenen Heims: Der „Hausbauverein Agronomia“ wird gegründet und erwirbt das Haus in der Egilolfstraße. Es wurde Jahre zuvor von dem Hohenheimer Tierzuchtprofessor Dr. Walther, einem ehemaligen Agronomen, erbaut.

28.05.1960

Aktivitas zählt über 30 Mann

Eine Agronomen-Zeitschrift wird herausgegeben. Seitdem ist die „Agronomenpost“ nicht mehr wegzudenken.

Umbenennung von „Akademisch Landwirtschaftliche Verbindung“ in „Akademische Verbindung Agronomia“

1980er

Institutionen wie Kneipe und Kommers werden in Frage gestellt, ebenso das Tragen der Mütze

Die klaren Strukturen zwischen Fuxen (unten) und Burschen (oben) lösen sich auf

Mai 1993

In der neuen Satzung wird die Aufnahme von Frauen in die Verbindung verankert